Solidarität aus dem besetzten Osterholz in Wuppertal mit dem Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas! Abschaffung aller Gefängnisse!

Disclaimer: Dieser Text wurde von Einzelpersonen verfasst und nicht mit der ganzen Besetzung abgesprochen. Es gibt keine autorisierte Gruppe und kein beschlussfähiges Gremium, das ‚offizielle Gruppenmeinungen‘ für die Besetzung beschließen könnte. Die Menschen in der Besetzung und ihrem Umfeld haben vielfältige und teils kontroverse Meinungen. Diese Meinungsvielfalt wird daher hier nicht zensiert, sondern kann gleichberechtigt neben einander stehen. Kein Text spricht für die ganze Besetzung oder wird notwendigerweise von der ganzen Besetzung gut geheißen.

Solidarität aus dem besetzten Osterholz in Wuppertal mit dem Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas! 

Abschaffung aller Gefängnisse!

Heute haben wir im besetzten Osterholz in Wuppertal ein Transparent aufgehängt, um uns mit dem Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas zu solidarisieren. Am 8. Januar 2021 begann Dimitris Koufontinas einen Hungerstreik, nachdem die regierende Nea Demokratia Mafia ihre eigenen Gesetze ignorierte und Dimitris in ein Hochsicherheitsgefängnis in Domokos verlegte. Nach einem neuen Gefängnisgesetz, das von der Nea Demokratia-Regierung selbst verabschiedet wurde, hätte er in das Korydallos-Gefängnis in Athen verlegt werden müssen. Dimitris fordert nur, dass dieser Gesetzesverstoß (4760/2020, Artikel 3) gestoppt wird, damit er in das Korydalos-Gefängnis zurückkehren kann.
Dimitris Koufontinas ist seit 50 Tagen im Hungerstreik und seit dem 5. Tag im Durststreik. Dimitris liegt jetzt auf der Intensivstation des Lamia-Krankenhauses. Sein Zustand verschlechtert sich rapide. Er ist ein Genosse, der seine revolutionären Aktionen nie bereut hat und nun vom griechischen Staat dafür bestraft wird, dass er an seinen Überzeugungen festhält. Die Haltung von Dimitris ist zu einer Bedrohung für das Regime der Nea Demokratia geworden, das die COVID-19-Pandemie missbraucht, um jede Art von Opposition zu zerschlagen. Die Wut wächst und der griechische Staat hat Angst, die Kontrolle zu verlieren.
Solidaritätsdemonstrationen für Dimitris Koufontinas auf dem griechischen Territorium wurden immer wieder von Bullen angegriffen. Viele Menschen wurden verhaftet und verletzt. Die Demonstrationen gegen die Bildungsreformen, die spezielle Polizeikräfte an den Universitäten einführen sollen, wachsen weiter, trotz massiver Polizeigewalt in einer Zeit, in der die griechischen politischen und kulturellen Eliten wegen des Pädophilie-Skandals rundum Dimitris Lignadis unter Druck stehen. Den Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas sterben zu lassen, könnte der perfekte Blitzableiter für die regierende Mitsotakis-Bande sein.
Erfüllt die Forderungen von Koufontinas – stoppt den Mord!
Solidarität mit Dimitris Koufontinas und der kämpfenden Bewegung in Griechenland und anderswo!
Kommt zur Demonstration in Solidarität mit Dimitris Koufontinas in Berlin!
Demonstration – 27. Februar 2021 – 15:00 Uhr – Kottbusser Tor – Berlin
Einige Anarchist:innen aus dem Osterholz Wald

 

Über Barrikaden und andere Unangenehmlichkeiten

Es gibt viele Arten von Barrikaden auf dieser Welt. Die meisten dieser Barrikaden werden vom Kapitalismus gebaut. Dieses Wirtschaftssystem hat eine massive Barrikade gegen die Rettung unseres Planeten aufgeworfen. Auch die Firma Oetelshofen ist ein Meister im Barrikaden bauen. Ihre Barrikade besteht u.a. aus 5 Hektar Wald, den sie für ihren Müll platt machen wollen. Es ist eine Barrikade gegen das Leben der Bäume, Pflanzen und Tiere im Osterholz Wald. Vögel, Feuersalamander, Bäume und wilde Orchideen müssen für die Profitgier der Firma Oetelshofen weichen. Wenn der Wald gerodet wird, werden sie eine neue Riesenbarrikade bauen, die sie Halde nennen werden. Mehrere dutzend Meter hoch soll sie werden.

In Hamburg sind in jüngster Zeit 13 Obdachlose Menschen erfroren. Eine unsichtbare kapitalistische Barrikade sorgte dafür, dass diese Menschen nicht in leer stehenden Hotels wohnen konnten. Die kapitalistischen Barrikaden in Hamburg sind genau so unsichtbar, wie die im Mittelmeer, und genau so tödlich. So ist es auch mit den Barrikaden der Firmen Oetelshofen, RWE und DEGES. Die Firmen bauen Barrikaden gegen das Leben auf dieser Welt. Der Eine um seinen Müll zu lagern, der Andere, um seine giftige Braunkohle zu fördern und der Letzte, um Autobahnen durch Wälder und Trinkwasserschutzgebiete zu bauen. Das Treiben dieser Art von Firmen ist ein Sterben auf Raten. Sowie die kapitalistisch bedingte Klimakrise im Allgemeinen ein Sterben auf Raten ist. Es sterben aber jetzt schon Millionen von Lebewesen durch die kapitalistische Logik und Produktionsweise. Das reicht solchen rücksichtslosen Firmen anscheinend nicht aus, sie machen weiter wie gehabt. Das gilt sowohl für die Kleinen, wie Oetelshofen, als auch große Konzerne, wie RWE. Die Logik ist dabei immer dieselbe. 

Nun gibt es im Osterholz Wald auch jetzt schon Barrikaden. Die Barrikaden sind da, um den Osterholz Wald und alle Lebewesen die drin wohnen, zu schützen. Barrikaden sind vielleicht unangenehm, aber haben unterschiedliche Funktionen. Während die einen dazu dienen, Lebewesen für Profitlogik zu zerstören, man sieht diese Barrikaden erst dann, wenn sie ihre Spur der Verwüstung hinterlassen haben, sind andere dazu da, Lebewesen zu schützen. Die zweiten Barrikaden sind sichtbar, sie verstecken sich nicht hinter Genehmigungsverfahren und anderen Konstrukten dieser Unternehmen, welche versuchen, ihre tödliche Logik dahinter zu verstecken. Nur weil viele der Barrikaden, die von der alte Welt in Form von Paragraphen, Polizei und letztendlich der vom Gesetz geschützen Profitgier aufgeworfen werden, oft unsichtbar sind, heißt dies nicht, dass diese legitim sind. Sie gefährden das Allgemeinwohl und töten. Lasst euch also nicht beirren, es mag unangenehm sein, dass der Osterholz Wald seit zwei Jahren zu einem Ort der Auseinandersetzung zwischen der alten und neuen Welt geworden ist, aber wenn wir uns jemals von dieser zerstörerischen kapitalistischen Fessel befreien wollen und der ganze Planet eine Zukunft haben soll, ist diese Auseinandersetzung notwendig und wichtig. Die jetzt sichtbaren Barrikaden im Osterholz sind ein Akt der Selbstverteidigung gegen ein lebenensvernichtendes System.

Waldbesetzungen werden oft bekämpft auf unserem Planeten. Kein Wunder, sie stehen der Profitlogik des Kapitalismus im Widerspruch. Eine Logik, die immer auf der Suche ist, nach Dingen die  verwertbar sind. Eine Logik, die die Natur nicht als eine wunderschöne und faszinierende Quelle des Lebens sieht, sondern als etwas, was dem Profit im Wege steht und somit ruhig weg kann. Lasst uns viele Barrikaden bauen, damit wir die Barrikaden des Kapitalismus überwinden können.
Bald werden sie wahrscheinlich ihre Armee in Blau schicken, um die Barrikaden für das Leben zu beseitigen. Anstatt die Zerstörungswut zu beenden, werden sie versuchen, die Selbstverteidigungsmechanismen des Lebens zu schwächen. So wie sie es auch im Hambi, Danni und an vielen anderen Orten auf dieser Welt getan haben. Sie können uns aber nicht besiegen, denn wir sind Samen und wir werden immer wieder kommen. Wie wir schon sagten: Tag X kommt näher. Bereitet euch vor und vergesst nicht: Das Spielfeld bestimmen wir, denn die Klimakrise ist überall!
Osterholz Bleibt!
Jeder Baum Zählt!
14. Februar, 2021
Achtet auf Ankündigungen unter Hashtag #OsterholzBleibt auf Twitter und Mastodon!

Osterholz Wald: Tag X kommt näher, bereitet euch vor! Das Spielfeld bestimmen wir!

Wer hätte gedacht das wir jetzt immer noch im Osterholz leben würden, als diesen wunderschönen Wald am 15. August 2019 besetzt wurde? Na wir! Der Nervenkrieg nimmt im Moment aber zu, es scheint alsob einige representant:innen der alten Welt noch nicht begriffen haben, das wir es ernst gemeint haben, als wir sagten das wir für diesen Wald kämpfen werden.

Es ist ein Akt der Selbstverteidigung, der notwenig ist, da Firmen wie Oetelshofen eine Bedrohung für alle Lebewesen auf diese(r) Welt sind. Politclowns auf lokale-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene, machen für sie den Weg frei. Denn, wir machen uns keine Illusionen das die Bezirksregierung das vorhaben der Firma Oetelshofen stoppen wird. Das werden wir schon selbst tun müssen.

Wir werden alles dafür tun, das Wälder nicht länger für die Profitgier von Firmen wie Oetelshofen weichen müssen. Ihre Brutalität und Verachtung für Lebewesen schreckt uns nicht ab. Wir kennen es aus dem Hambi, dem Danni und viele andere Orte. Es macht uns nur entschlossener um gegen diese Zerstörungswut vorzugehen. Die Mittel mit denen wir uns selbst verteidigen werden bestimmen wir selbst. Eine Rechtsordnung die zur Gefahr für alle Lebewesen wird, ist nicht unsere. Ihre Spielregeln haben uns die Klimakrise und viele andere Ungerechtigkeiten gebracht, wie z.B. das Massensterben im Mittelmeer.

Die Besichtigung von etwa 18 Polizist:innen am Donnerstag, den 11. Februar, hat uns dann auch nicht beeindruckt. Es hat höchstens gezeigt das TAG X näher kommt, also bereitet euch vor!

Das Spielfeld bestimmen wir, denn die Klimakrise ist überall!

Solidarische Grüße an alle Waldbesetzer:innen auf dieser Welt!

Osterholz Bleibt!

Jeder Baum Zählt!

Es war Lange still um uns, doch wir sind wieder da und werden uns den blauen Knechten des Kapitals entgegen stellen. Der Tag X Rückt näher.

Der Wald hat uns gerufen und wir haben seinen Ruf gehört. Wir waren lange weg, doch wir sind wieder auf der Insel der Freiheit.  Die Oase ist gewachsen, es hat sich viel verändert. Alte Plattformen sind verschwunden und Neue sind entstanden. Es ist schön hier. Wir danken den Menschen, die hier so lange ohne Uns ausgeharrt  haben. 
 
Der Wald hat nie geschlafen und Wir waren nie ganz weg. In der Zwischenzeit ist einer unserer Freunde von uns gegangen. Er hat in seinen letzten Monaten, seine ganze Energie in den Wald gesteckt. Er war seit Tag 1 ein Unterstützer der kleinen Oase, unser Gefährte brachte uns bei Schnee und Eis warmen Tee und frische Brötchen. Wir haben in unserer kleinen Oase zusammen gebaut und gelernt. Wir werden uns nicht von Dir verabschieden denn Du bist immer noch bei  uns, Du Kämpfst jeden Tag mit uns und Wir kämpfen jeden Tag für deinen Traum. Wir haben Dir versprochen, dass Wir für den Wald kämpfen werden und das meinten Wir auch so. In unseren Kämpfen lebst Du weiter. “Şehîd namirin”. 
Die Augen der Bestie sind in unsere Oase eingedrungen. Sie dokumentierten unseren Hafen und unsere Brücken der Freiheit in die neue Welt. Das bedeutet für uns, dass die Bestie uns bedroht. Wir verstehen das als klaren Angriffsversuch auf die neue Welt. Wir werden hier bleiben, denn Wir sind gekommen um zu bleiben. Ihr sitzt an eurem Schreibtisch und schreibt euer Drehbuch. Allerdings entscheiden wir wie groß das Spielfeld ist. Wenn Ihr die Neue Welt angreift, dann werden Wir die Nischen finden um in die alte Welt zu kommen und Wir werden eure Schwächen ausnutzen. Wir werden die Löcher stopfen und die Samen unter eurer Kaputten Welt sähen. Eure Welt bröckelt jeden Tag weiter auf. Ihr seid verantwortlich für Krankheiten wie Corona durch eure Angriffe auf die Natur. Zoonosen sind bekanntlich von Menschen gemacht, indem die kapitalistische Maschinerie Tieren ihren Lebensraum nimmt um die Profitgier der alten Welt zu befriedigen. 
Wir Rufen all unsere Freund*innen jetzt zu uns in den Wald. Wir werden auf Euch warten und mit Euch die Mauern der Solidarität neu errichten um der Bestie in die Augen zu schauen. Wir haben keine Angst vor der Bestie, Wir wussten, dass sie bei uns an das Tor klopfen werden und Wir sind nach wie vor nicht beeindruckt von Ihrer Brutalität.  
Bereitet Euch vor, agiert frech und nutzt das gesamte Spielfeld.
Osterholz Bleibt! 
Jeder Baum Zählt! 
 

Kommt am 29 Februar zum Osterholz Wald!

Wuppertal-Vohwinkel/Haan-Gruiten. Am Mittwoch, dem 19. Februar, arbeiteten wir an einem Einladungstext für eine Party am 29. Februar. Wir wollten das Ende der Rodungssaison und damit den Erhalt des Osterholzwaldes bis mindestens zum 01.10.2020 feiern. Aber während wir am Schreiben waren, kamen die ersten Nachrichten aus Hanau rein. Wir hörten auf zu schreiben. Uns war nicht mehr nach Feiern.

Wir erinnerten uns an die Worte französischer Gefährt*innen, die in einem Aufruf für den 14. März (2020) geschrieben haben: “Sagen wir es deutlich, die Zukunft wird entweder faschistisch oder revolutionär sein. Der Kapitalismus verschärft seine Kontrolle über die Menschen, um auf Kosten unseres Lebens und unseres Planeten immer mehr kurzfristigen Profit zu generieren.”

Wahre Worte. Dieser faschistische Anschlag kam nicht überraschend. Mölln, Solingen, die NSU, Lübcke, Halle und jetzt also Hanau. Aber die Liste ist längst noch nicht vollständig. Rassistische Gewalt ist längst im Alltag angekommen.

Nicht nur die AFD, auch Politiker*innen wie NRW’s Innenminister Herbert Reul schüren den Hass gegen Migrant*innen mit ihrer Hetze gegen das, was sie “Clankriminalität” nennen. Reul ließ sich noch im letzten Jahr filmen während hunderte Dortmunder Bullen Shisha-Bars durchsuchten. Gefunden wurde nichts Relevantes. Reul warin Dortmund vor Ort und begeistert. Gleichzeitig marschierten Dortmunder Nazis durch die Stadt und wurden nur von einigen Streifenbullen begleitet. Der Rest der Dortmunder Bullen war für Reuls rassistische PR-Show unterwegs.

Die rassistische EU-Grenzpolitik, maßgeblich von SPD/CDU und CSU mitgestaltet, hat auf dem Mittelmeer schon zehntausende Menschen das Leben gekostet. Der rassistische “Normalzustand” der “Mitte” ist genauso tödlich, wie der Anschlag in Hanau.

Wut und Trauer nach Hanau? Ja! Aber was machen wir damit? Empörung auf Latschdemos auszudrücken wird nicht reichen, um die zunehmende Faschischierung, die von extrem rechts bis in die bürgerliche Mitte reicht, zu stoppen.

Wir müssen die rassistische Politik konsequent bekämpfen, egal wo sie herkommt. Dafür müssen wir uns auch aus der kapitalistischen Sackgasse befreien. Denn ob Klimakatastrophe oder Faschismus, beide hängen mit dem Kapitalismus zusammen.

Lasst uns in den kommenden Monaten den Kampf gegen Faschismus, Klimakatastrophe und aus oben genannten Gründen, dem Kapitalismus im allgemeinen, auf eine neue Stufe bringen. Raus aus der Komfortzone, hinein in einen entschlossenen Kampf für das Leben!

Wie die französischen Gefährt*innen in ihrem Aufruf für den 14. März näher beschrieben haben: “Während sich die Metropolen der Welt in Gotham City verwandeln,voller korrupter Politiker*innen, korrupterPolizist*innen, Verkäufer*innen  und leeren Versprechungen, verbrennt die Natur, sterben die Arten, werden Boden und Luft immer stärker verseucht und die Zukunft, die wir unseren Kindern hinterlassen, wird schlichtweg unbewohnbar sein, wenn wir es zulassen.

Es ist Zeit für einen historischen Wendepunkt. Wir wollen keine Zukunft, die von Profitabilität und Unterdrückung determiniert ist. Es ist an der Zeit, mit aller Kraft zuzuschlagen, den Spieß umzudrehen und ein eindrucksvolles Stelldichein zu geben.”

Weder der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus, noch der Klimakampf, werden ausschließlich durch Latschdemos entschieden. Lasst uns anfangen, es gibt viel zu tun.

Wir laden euch alle ein, am 29. Februar zum Wald zu kommen. Ab 14:00 Uhr wollen wir gemeinsam mit euch über oben genannten Themen diskutieren. Auch wollen wir am Ende der Rodungssaison mit euch darüber sprechen, wie es mit dem Kampf für den Erhalt des Osterholzwaldes und der Besetzung weiter gehen kann.

Anfang: 14:00 Uhr.

Besetzung im Osterholzwald (Stadtgrenze Wuppertal-Vohwinkel/Haan-Gruiten)

Ihr findet die Waldbesetzung hier:

Openstreetmap: https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.2342&mlon=7.0420#map=16/51.2342/7.0420

Google Maps: https://www.google.de/maps/place/9F3962MR%2BPQ/data=!3m2!1e3!4b1!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d51.2343125!4d7.0419375

Bringt gerne Getränke und Snacks mit, die ihr teilen mögt.

Nach Cop 25 und dem Konjunkturpaket: Hört auf, an die Verantwortlichen zu appellieren! Was wir brauchen, ist eine Revolte!

Wuppertal. Haan. 26 Dezember 2019. Seit dem 15. August 2019 haben wir den Osterholz Wald besetzt. In diesen vierundeinhalb Monaten ist viel passiert. Der Wald, der ab Oktober gerodet werden sollte steht noch, und das ist gut so. Wir werden uns einer eventuellen Rodung für die Kapitalinteressen einer Privatfirma namens Oetelshofen, weiterhin aktiv in den  Weg stellen.

Am 20 September gingen Millionen von Menschen weltweit auf die Straße, um für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Die Antwort der Bundesregierung sollte eine Lektion sein für alle, die denken, dass entscheidende Änderungen von den Herrschenden kommen werden. Das vorgelegte “Klimapaket” der Bundesregierung ist vor allem ein Konjunkturpaket für die (E) Autoindustrie. Das vorgeschlagene Kohlenaussteigsgesetz ist vor allem ein Windkraftausstiegsgesetz. Die Herrschenden versuchen sich mit Täuschung der öffentliche Meinung durch zu mogeln. M.a.w Business as usual. Auch die COP 25 Klimaverhandlungen sind gnadenlos gescheitert. Kein Wunder, denn die Herrschenden haben längst begriffen, was zu tun ist, aber genau dies wollen sie eben nicht tun. Die, die der Meinung sind, dass die Regierenden “den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben”, erliegen eines Irrglaubens: Die Herrschenden haben den  Ernst der Lage sehr wohl verstanden.Ihre Interessen liegen schlichtweg woanders. Die Lakeien des Kapitals stehen für ein immer weiter so und ihre Freunde des grünen Kapitals wollen nur geringfügig was ändern. Statt komplette Regionen für Kohle zu zerstören, möchten sie nun einzigartige Landschaften für den Abbau von Lithium für ihre E-Autos zerstören lassen. Die gleiche Soße, nun aber mit einer grünen Farbe.

Versteht uns nicht falsch. Die Fridays for Future Streiks gibt es jetz seit über einem Jahr und sie sind richtig und wichtig. Sie haben viele Menschen sensibilisiert und politisiert. Neben den Demonstrationen von Fridays For Future, die einen appelierenden Charakter haben, gibt es viele Waldbesetzungen, Ende Gelände und andere Initiativen, die aktiv Widerstand leisten. Wir sind Teil dieser Bewegung und begrüßen die vielen Aktionen, die Sand im Getriebe der zerstörerischen kapitalistischen Maschinerie streuen. Wir sind aber nicht blind. Wir sehen das in der nordeuropäischen Klimabewegung oft “linksliberal” argumentiert wird. Auch wenn die Systemfrage zunehmend gestellt und auch diskutiert wird (und das ist gut so!), gibt es linksliberale Kräfte, die an die Herrschenden appelieren. Also an die, die uns an den Punkt gebracht haben, wo wir jetzt sind. 

Immer wieder werden von den Herrschenden Jobs ins Spiel gebracht. Die Jobs in der Kohleindustrie, oder wie im Osterholz Wald, die Jobs in der Kalkindustrie. Über Jobverluste durch Automatisierungswellen, geänderte Marktanforderungen usw., wird natürlich nie gesprochen. Die Existenzen von Lohnabhängigen in verschmutzenden Industrien werden von den Herrschenden in Geiselhaft genommen, um ihre zerstörerischen Interessen durchzusetzen. Das Schicksal dieser Menschen ist denen aber genau so egal, wie das Schicksal der Menschen, die durch die Änderungen des Klimas jetzt schon ihre Städte und Dörfer gezwungenermaßen verlassen müssen, da die Lebensgrundlage dort schon jetzt nicht mehr vorhanden ist.

Raoul Vaneigem hat in November diesen Jahres geschrieben: “Umweltschützer*innen, warum sich die Mühe machen, Staaten für die Verbesserung des Klimas anzuschreien, wenn die gleichen Staaten euch verspotten, indem sie jeden Tag mehr verschmutzen, obwohl es dringend notwendig ist, auf einem Gebiet zu handeln, wo die Fragen nichts mit intellektuellen Feinheiten zu tun haben.”

Wenn wir eine wirkliche Veränderung bewirken wollen, wird das nur möglich zu sein, wenn wir die Klimafrage als Teil einer Infragestellung des Systems begreifen, das diese Klimakatastrophe verursacht hat, und mit ihren “Lithium-Lösung” direkt auf die nächste Katastrophe zusteuern. Wir müssen uns von den Ketten befreien, Ketten die manchmal unsichtbar sind. Jedoch spätestens bei der Existenzfrage sichtbar werden. Die Abhängigkeiten sind so grundlegend, dass sie nicht reformierbar sind. Hier die besitzenden Teile der Gesellschaft die diktieren, wo die Reise hingeht, dort die Lohnabhängigen, die als Bittsteller*innen ab und zu eine kosmetische Änderung “beantragen” können.

Alle großen Änderungen wurden in der Vergangenheit erkämpft und nicht erbeten. Das wird dieses mal erst Recht so sein, denn Klimagerechtigkeit setzt zwangsläufig das ganze System in Frage. In Länder wie z.B. Chile wird gerade gezeigt, was zu tun ist. Dort wird die Bevölkerungen seit über 2 Monaten nicht mehr mit kleinen Zugeständnissen besänftigt. Große Teile der Bevölkerung haben begriffen, dass es ein langer und harter Kampf wird,die Elite, die sie in die neoliberale und auch ökologische Katastrophe geführt hat, verschwinden muss, damit alles von Grund auf neu aufgebaut werden kann.

Also: rohes Neues!
Oder wie Raoul Vaneigem schrieb: “Hier sind wir dort, wo wir am Anfang von allem stehen!”
Möge der Aufstand beginnen!
Jeder Baum Zählt, 26. Dezember 2019
PS Wir freuen uns immer über Besucher*innen, aber auch über Unterstützer*innen, die länger im Osterholz Wald bleiben wollen.

Sie wollen eskalieren, aber sie wissen nicht, dass die kommende Revolte alles verändern wird!

Seit dem 15. August besetzen wir den Osterholzwald am Stadtrand von Wuppertal Vohwinkel und Haan-Gruiten. Seitdem ist viel passiert. Nicht nur hier, sondern auf dem ganzen Planeten. Immer mehr Menschen kämpfen für die Freiheit, für das Leben.

Zweifle nicht daran, auch wenn wir gewöhnlich liebevoll über Menschis und die Schönheit auf Erde sprechen….. Wir sind wütend! Wir wissen, dass wir alles ändern müssen und dass wir, wenn wir das erreichen wollen, am Anfang von einem langen und harten Kampf stehen. Wenn wir in unseren Innenstädten nicht ersticken wollen, wenn wir keinen Krieg von allen gegen alle wollen, sondern unser Leben selbstbestimmt und im Einklang mit der Natur leben und uns von unseren, manchmal unsichtbaren, Ketten befreien wollen, werden die Herrschenden ihr wahres Gesicht zeigen. Sie wissen, dass ihre Zeit abläuft. Die Demokratie-Show kaufen immer weniger Menschen denen ab. Das ist einer der Gründe, warum sie neue Polizeigesetze eingeführt haben. Sie bereiten sich auf einen Konflikt mit den Menschen vor, von denen sie sagen, dass sie sie regieren. Das ist nicht verwunderlich. Sie stellten fest, dass Menschen in Frankreich, Iran, Irak, Katalonien, Chile, Bolivien, Kolumbien, Hongkong und noch vielen anderen Gebieten aufstehen und kämpfen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Serie von Revolten das so genannte deutsche Territorium erreicht.

Wir haben genug von politischen Clowns, die über Demokratie und Werte labern. Diese Diener*innen des Kapitals, die 1,4 Millionen Menschen ins Gesicht gespuckt haben. 1,4 Millionen, die am 20. September für Klimagerechtigkeit auf die Straße gingen. Aber das sind nicht die einzigen Menschen, auf die sie spucken. Das Klimapaket von CDU und SPD ist ein Etikettenschwindel, denn in Wahrheit ist es ein Konjunkturpaket für die [€]Autoindustrie und ihre Zulieferer. Zulieferer wie z.B. Thyssenkrupp, die in ihrer Jahresübersicht über gigantische Umsatzsteigerungen im kommenden Jahr durch den E-Autoboom schwärmen. Um den Stahl dafür zu produzieren, pusten sie erst mal Unmengen von CO2 aus. – *Ironie on – Alles für die Umwelt, so wie der Abbau von Lithium. – *Ironie off – Aber das war alles noch nicht genug für diese notorischen Lügner*innen der Regierungsparteien und anderen Clowns im Bundestag. Der Gesetzesentwurf für den so genannten “Kohleausstieg” ist ein weiterer Schlag ins Gesicht. Dieses ewige Theaterstück in der diese rücksichtslosen Diener*innen des Kapitals immer wieder Etikettenschwindel betreiben. In der Praxis ist der Entwurf für das Kohleausstiegsgesetz ein Windkraftausstiegsgesetz. Die Regierenden verkaufen ihre Seelen und scheinen zu denken, dass wir alle Schwachköpfe sind, die nichts mitbekommen.
Diese politischen Kriminellen, die Menschen auf der Flucht leiden und ertrinken lassen, weil sie die Grenzen geschlossen haben. Diese Narr*innen lügen nicht nur, sie töten auch. Die Diener*innen des Kapitals sind immer da, um die Tötungsmaschinen der Rüstungsindustrie mit einer Exportlizenz zu unterstützen. Oder sie unterstützen die Räumung der Hambacher Waldbesetzung, damit der RWE-Konzern sein tödliches Braunkohlegeschäft fortsetzen kann. Sie sprechen über den Krieg gegen den Terror, beseitigen die Bürger*innenrechte und verkaufen gleichzeitig Waffen an Terror- Regime. An Diktatoren wie Al-Sisi in Ägypten, an Erdogan mit seinen ISIS-Freunden, an Saudi-Arabien und viele andere autoritäre Regime. Und diese Mörder*innen wagen es immer noch, über Gewalt zu sprechen, wenn eine Fensterscheibe einer Bank oder ein Feld beschädigt wird. Die deutschen Panzer in Rojava zeigen, dass sie keine Skrupel haben, tausende Menschen zu töten, oder töten zu lassen, nur um einen Haufen Geld zu machen.
Ihre Gesetze lassen es zu, dass Wälder abgeholzt werden, Ozeane sich in ein Mülldeponie verwandeln und Menschis oft auf PKW’s angewiesen sind, da nachwievor Buslinien gestrichen werden und die Preise für öffentliche Verkehrsmittel für viele unbezahlbar sind. Die Drecksluft, die wir einatmen, ist eine Folge davon. Hier im Osterholz Wald konnten wir sehen, wie die Profitlogik die Lakaien des Kapitals sofort aktiviert. Auf dem von der örtlichen CDU organisierten Waldspaziergang wurde erklärt, dass sie die Investitionssicherheit gewährleisten wollen. Diese Dussel sind nicht an der Lebensqualität und dem Erhalt der wunderschönen Lebewesen hier interessiert. Sie können nur an Geld denken. Aber Geld können wir weder essen, noch einatmen. 
Squads… es heißt natürlich squats…

Wir müssen diesen so genannten demokratischen Zirkus und die Macht des Kapitals loswerden und durch eine antiautoritäre politische und soziale Philosophie ersetzen, durch selbstverwaltete Gemeinschaften auf der Grundlage von freiwilligen, kooperativen Institutionen.

Lasst uns diese tödlichen Clowns loswerden! Überall!

Solidarität mit dem kämpfenden Menschis von Liebig34 in Berlin, im Hambacher Wald, der Keine A 49 Waldbesetzung, in Exarchia, in Chile, in Rojava, in Bolivien, in Kolumbien, in Frankreich, in Hong Kong, in Katalonien und all den anderen wunderbaren Orten auf diesem Planeten!

#EstoNoHaTerminado! (Es ist noch nicht vorbei!)

Osterholz Bleibt!

Liebig34 Bleibt!

Wiesencamp Bleibt!

Datteln 4 verhindern!

Für das schöne Leben!

Widerstand ist Leben!

Für die Soziale und Ökologische Revolution!

Jeder Baum Zählt, 26. November 2019

Jeder Baum Zählt: Solidarität mit Rojava!

Vor sieben Jahren befreiten sich die Menschen in Rojava von der Diktatur des Assad-Regimes. Seitdem hat sich viel geändert in den Gebieten der demokratischen Föderation Nord- und Ostsyriens. Die Menschen dort organisieren ihre Selbstverwaltung in Räten, Kommunen und Kooperativen. Es entstand ein alternatives Gesellschaftsmodell, das auf drei Grundprinzipien basiert: Frauenbefreiung, Ökologie und radikaler Demokratie. In einem offenen Brief schrieb Fridays For Future Rojava: “In den letzten 7 Jahren sind überall basisdemokratische, selbstverwaltete und ökologische Projekte entstanden: Nachbarschaftsräte – Frauenhäuser – Bildungsakademien – ein alternatives, freies Schulsystem – Wirtschafts- und Landwirtsschafskooperativen und vieles mehr. Alle Bereiche des Lebens werden von grundauf neu organisiert.” Es ist genau das, was der türkischen Regierung ein Dorn im Auge ist.

Am 09. Oktober startete das Erdogan Regime ein Krieg gegen das alternative Gesellschaftsmodell in Rojava und gegen die Menschen, die dort leben. Die junge Revolution soll dabei zerschlagen werden.”Make Rojava Green again” schrieb in einer Erklärung: “Der Krieg hat viele Seiten: Wir erleben auch einen Krieg gegen die Natur. Der türkische Staat zerstört die ökologischen Lebensgrundlagen der Menschen, indem er Wälder verbrennt, Flüsse aufstaut und Böden mit chemischen Waffen und Uranmunition verpestet. Der türkische Staat versucht seit Jahren, den Widerstand in Kurdistan zu brechen und die Revolution in Rojava zu zerstören. Geschafft hat er es nie. Deshalb greift der türkische Staat jetzt noch vehementer und direkter an und will in ganz Rojava einmarschieren. Der Krieg, der gerade beginnt, ist die Fortsetzung von jahrzehntelanger faschistischer Politik und Unterdrückung.” Dies geschieht zum Teil mit Waffen von deutschen Konzernen. Seit Jahren wird das Türkische Militär mit Waffen der deutschen Rüstungsindustrie versorgt. Auf Videos ist immer wieder zu sehen, wie kurdische Dörfer mit “Made in Germany” Panzern beschossen werden. Die Leopard 2 Panzer werden von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW) hergestelt. Hauptwaffe des Kampfpanzers ist die von Rheinmetall entwickelte Glattrohrwaffenanlage. Darüber hinaus liefert Rheinmetall für den Leopard 2 die Munition, sowie die Feuerleitanlage und das Führungssystem.

Einer der deutschen Rüstungskonzerne, die Waffen an die Türkei liefern, ist Thyssen Krupp. Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) darf von der Bundesregierung weiterhin Bauteile für sechs U-Boote in die Türkei liefern. Im Juni 2016 hat die Staatsanwaltschaft Bremen die Zentrale von ThyssenKrupp in Essen durchsucht. Konkret ging es um den Verdacht, dass das Bremer Rüstungsunternehmen Atlas Elektronik, damals noch ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen Krupp und Airbus (heute gehört Atlas Elektronik zu 100% ThyssenKrupp), zwischen 1998 und 2014 türkische Militärs bestochen haben könnte, um Aufträge zu erhalten. Am Ende kam Atlas Elektronik mit einer Geldstrafe von 48 Millionen Euro davon. Thyssenkrupp liefert ebenso Marineschiffe an die ägyptische Militärdiktatur. Das Geschäft mit dem Tod läuft gut, obwohl Thyssenkrupp in Schwierigkeiten steckt, läuft die Rüstungsparte des Konzerns bestens.

Seit dem 15. August haben wir Teile des Osterholz Waldes an der Stadtgrenze von Wuppertal und Haan besetzt. Kalksteingrubenbetreiber Oetelshofen möchte 5 Hektar Wald roden, um ihren Abraum dort zu lagern. Diese sogenannten “unbrauchbaren Materialien”, oder wie wir es nennen: “Abfall”, entsteht bei der Förderung von Kalk in der Steingrube Osterholz. Zu den größten Abnehmern des Kalks der Firma Oetelshofen gehören RWE und ThyssenKrupp. Geschäftliche Verbindungen mit Umweltzerstörer RWE und Rüstungskonzern ThyssenKrupp, scheinen die beiden Geschäftsführer von Oetelshofen, Jörg und Moritz Iseke, nicht zu stören. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich. Oetelshofen plant für sein Abfallproblem ja auch, den Lebensraum vieler Tiere, Bäume und anderer Pflanzen, durch das Roden des Waldes, zu zerstören. Dabei verkaufen sie  sich als tierlieb und naturverbunden. Das Zerstören von 5 Hektar Wald ist laut Oetelshofen finanziell gesehen, am günstigsten. Wie passt das zusammen?

Denn letztendlich ist die Natur auch die Lebensgrundlage für uns Menschen. Wer diese Lebensgrundlage aus Kostengründen immer weiter zerstören möchte, kennt nur die Moral des Geldes . In dem Sinne sind die Geschäftsverbindungen zwischen Oetelshofen und Konzernen, wie RWE und Thyssenkrupp, nur konsequent.

Wir rufen euch auf, sich an der Kampagne #RiseUp4Rojava zu beteiligen und in Solidarität mit den Menschen in Rojava auf die Straße zu gehen.

Nicht die Revolution in Rojava, sondern Rüstungskonzerne sollen zerschlagen werden!

Deutsche Waffen raus aus Rojava!

Rojava bleibt!

Osterholz bleibt!

Jeder Baum Zählt, 15. Oktober 2019


Ihr findet die Besetzung im Osterholz Wald in Wuppertal–Vohwinkel / Haan–Gruiten hier:

https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.2342&mlon=7.0420#map=16/51.2342/7.0420

 

Redebeitrag Jeder Baum Zählt auf die Demo vom 28. September

Gestern (28. September) demonstrierten zirka 250 Menschen für den Erhalt vom Osterholz Wald, Amazonas, Hambacher Wald, Kleine Höhe und andere Wälder und Grünstreifen.

Redebeitrag Jeder Baum Zählt auf die Demo vom 28. September

Hallo, wir, die Gruppe Jeder Baum Zählt als Teil der neuen Welt, grüßen euch und sagen: “Danke!”, an alle die heute da sind. Wir leben nun seit etwas mehr als sechs Monaten in unserer kleinen Oase der Freiheit direkt neben einem Loch, welches miten in den Planeten gesprengt wird. Unser Alltag wird vom Lärm der alten, zerstörerischen und respektlosen Welt begleitet. Ein Unternehmen, welches sich den Naturschutz auf seine Homepage geschrieben hat grüßt und mehrmals die Woche in dem es seine “tierfreundlichen” Sprengungen vornimmt. Tiere rennen dadurch orientierungslos durch die Gegend und die Bäumen, die wir bewohnen, wackeln. Der Staub aus der Grube legt sich auf die Blätter ab und zieht in die Lungen der Tiere. Wir wussten, welches gesundheitliche Risiko wir eingehen, die Tiere hingegen ahnen es wahrscheinlich nicht einmal.

Gestern am Freitag den 27. haben wir erfahren, dass die Stadt Wuppertal der Natur den Kampf angesagt hat. Seit gestern sitzen wir hier nicht mehr nur hier, um das Waldstück zu verteidigen. Nein! Wir werden um jeden Baum kämpfen und um jeden Grashalm. Unsere Freunde und Freundinnen von Osterholz Bleibt und alle unsere Supporter unterstützen uns dabei so gut sie können. Danke und ganz viel Liebe an euch!

Wir sind nicht die einzigen, die einen aktiven Kampf für eine andere Welt ausfechten. Die Menschen die für den Erhalt des Amazonas kämpfen, werden von der Holzindustrie und von dem faschistischen Präsident Bolsonaro verfolgt und gejagt! Die Besetzer*innen im Hambacher Wald werden von Polizisti vom Staat und deren Repressionsorganen drangsaliert. Auch unsere Freund*innen von FFF Hamburg mussten in jüngster Vergangenheit die Erfahrung machen, dass die Polizei nicht unbedingt Freund und Helfer ist. Dort wurde eine Sitzblockade mit Schmerzgriffen brutal aufgelöst. Wir möchten euch aber loben. 1,3 Millionen Menschen habt ihr bundesweit auf die Straße bekommen, alleine in Wuppertal seit ihr mit mehr als 5000 Menschen auf der Straße zur neuen Welt gelaufen. Der Weg zur neuen Welt, einer Welt des solidarischen miteinanders wird kein einfacher oder schöner Weg. Die Herrschenden werden nicht freiwillig die Zustände dieser Welt ändern und sie werden auch nicht ihren Wohlstand aufgeben, um mit uns eine neue Welt zu erschaffen. Es liegt an uns alles zu verändern!

Zum Abschluss grüßen wir auch die Gruppe “Kein Hektar mehr”, die ebenfalls gegen einen Kalksteinbruch kämpfen, um die Natur als Ganzes zu schützen. Sie haben gerade eine Aktionswoche mit einer Dauermanwache am Laufen.

Unsere solidarischen Grüße gehen raus an die Besetzer*innen des Hambacher Waldes, an “Kein Hektar mehr”, an alle FFF-Gruppen, an die Menschen, die Exarchia in Athen verteidigen, an die Menschen die um den Amazonas kämpfen und an alle die für eine klimagerechte und emanzipatorische Welt kämpfen.

Hoch die transnationale Solidarität!

Jeder Baum Zählt, 28. September 2019

Video-Doku vom Medienprojekt Wuppertal

 

 

Ein Ruf aus dem Wald: Ob Amazonas, Hambi oder Osterholz: Jeder Baum Zählt!

Aufruf: Ob Amazonas, Hambi oder Osterholz: Jeder Baum Zählt!

Demonstration: 28. September – 13:00 Uhr , Bahnhofsvorplatz, Hbf Wuppertal (Elberfeld)

Ein Ruf aus dem Wald

Ob der Osterholz Wald am 28. September noch besetzt ist, wissen wir nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Waldbesetzung geräumt wird oder auch nicht. Ob der Wald schon gerettet ist, wissen wir ebenso nicht. In dem Fall würden wir den Osterholz Wald freiwillig verlassen. Das alles  wissen wir nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo dieser Aufruf geschrieben wurde. Was wir aber wissen ist, dass wir weiterhin für diesen wunderschönen Wald kämpfen werden.

Der Osterholz Wald ist nur einer der Gebiete, wo in und rundum Wuppertal Bäume gefällt werden sollen. Der Name für die Aktionsgruppe,die den Osterholz Wald besetzt hat, ist nicht zufällig gewählt worden: Jeder Baum Zählt! Nachdem in Wuppertal Elberfeld in den vergangenen Jahren Bäume auf dem Wall und der Von der Heydt Platz gefällt wurden, sollen jetzt auch die alte Plantanen direkt an der Wupper gerodet werden. In Wuppertal Nächstebreck sollen Bäumen für ein Gewerbegebiet weichen. der Grünstreifen Kleine Höhe / Asbruch soll ebenfalls platt gemacht werden. Für die Erweiterung der A3 sollen in den kommenden Jahren zwischen Kreuz Hilden bis Kreuz Leverkusen mehrere Biotopen platt gemacht werden…

Immer mehr Menschis haben begriffen, dass wir eine “immer weiter so” Politik stoppen müssen. Wir brauchen den Wald. Nicht nur weil Wälder viel CO2 speichern, sondern auch um die vielen Lebewesen, die im Wald leben zu schützen. Wir kämpfen für das schöne Leben und gegen eine Politik, die alles der Profitlogik unterwirft. Der Osterholz Wald soll gerodet werden, weil die Lagerung des Abfalls, der bei der Kalkförderung entsteht, dort billiger ist als irgendwo anders. (Soviel zur kapitalistschen Logik).Die Firma Oetelshofen ist der Meinung, dass ihr dieser wunderschöne Wald gehört. Die Bäume und Tiere die dort leben, leben also unter Oetelshofen’s Gnade und die Gnadenfrist läuft, wenn es nach den Betreibern der Kalksteingrube geht, bald ab. In der alten Welt ist es für viele Menschis selbstverständlich, dass sie über alle anderen Lebewesen stehen. Mit diesem Selbstverständnis zerstören sie ohne zu zucken den Lebensraum von Bäumen, Pflanzen und Tieren. Nebenbei zerstören sie durch diesese kapitalistsche Herangehensweise das Klima, etwas, was alle Lebewesen betrifft. Auch uns Menschis. Um ihr Gewissen rein zu waschen und Greenwashing zu betreiben forsten sie dann woanders auf und verfrachten unter Schutz stehende Tierarten in ein anderes Gebiet. Das ganze wird dann mit einer grünen Soße übergossen und schon sieht das alles gar nicht mehr so schlimm aus. Seit Jahrhunderten wird nach dieserLogik verfahren, die grüne Soße kam allerdings erst später dazu.

Während die Rodungen im Amazonas hierzulande zurecht verurteilt werden, wird oft vergessen, dass wir unsere Urwälder längst gerodet haben. Den Menschis der alten Welt reicht das aber nicht. Während viele mit ihrem Finger auf Brasilien weisen, roden sie im eigenen Land munter weiter. Nicht nur in und rundum Wuppertal. Der Hambacher Wald wird von RWE regelrecht angebaggert. Sie versuchen den Wald auszutrocknen, in dem die Bagger immer näher an den Wald heran rücken. In der Nähe von Würzburg sollen Waldstücke bei Thüngersheim für die Erweiterung eines Kalksteinbruch gerodet werden. Das Schwarz/Grün regierte Hessen möchte im Dannenröder Forst und Herrenwald für die derzeitige Planung der A 49 roden. Im Saarland sollen 3 Hektar Wald für ein Gewerbegebiet platt gemacht werden. Im Hamburg Wilhelmshafen soll im Wilder Wald für ein Wohngebiet gerodet werden. Und das ist bei lange nicht alles was hier zu Lande gerodet werden soll. Und überhaupt… warum wird im Amazonas soviel gerodet? Dort wird u.a. gerodet für den Sojabohnenanbau derFleischindustrie hier, dass diese als Futtermittel einsetzt. Das Ganze soll über das Mercosur abkommen noch angekurbelt und verschärft werden. Die Lunge der Erde wird für die gleiche Profitlogik, wie die Wälder hierzulande zerstört. Statt mit dem Finger auf Brasilien zu weisen, sollte ein Importstop von Produkten aus dem Amazonas und die schon gerodeten Gebiete dieses wunderschönen Urwalds verhängt werden.

Wir kämpfen für ein Systemwandel.Gegen Überproduktion, für eine Produktion nach Bedarf. Eine Welt, wo alle die gleichen Rechte haben, wo Umwelt und Lebewesen höchste Priorität haben und zwar nicht nur die, die Aktien besitzen, oder Gewerbesteuer bekommen. Für ein gutes Leben für alle! Diesen Kampf führen wir im Moment im Osterholz Wald, aber ihr könnt überall mit uns rechnen, denn Jeder Baum Zählt!

Jeder Baum Zählt, 18. September 2019

Demonstration: 28. September – 13:00 Uhr , Bahnhofsvorplatz, Hbf Wuppertal (Elberfeld)