Kommt am 29 Februar zum Osterholz Wald!

Wuppertal-Vohwinkel/Haan-Gruiten. Am Mittwoch, dem 19. Februar, arbeiteten wir an einem Einladungstext für eine Party am 29. Februar. Wir wollten das Ende der Rodungssaison und damit den Erhalt des Osterholzwaldes bis mindestens zum 01.10.2020 feiern. Aber während wir am Schreiben waren, kamen die ersten Nachrichten aus Hanau rein. Wir hörten auf zu schreiben. Uns war nicht mehr nach Feiern.

Wir erinnerten uns an die Worte französischer Gefährt*innen, die in einem Aufruf für den 14. März (2020) geschrieben haben: “Sagen wir es deutlich, die Zukunft wird entweder faschistisch oder revolutionär sein. Der Kapitalismus verschärft seine Kontrolle über die Menschen, um auf Kosten unseres Lebens und unseres Planeten immer mehr kurzfristigen Profit zu generieren.”

Wahre Worte. Dieser faschistische Anschlag kam nicht überraschend. Mölln, Solingen, die NSU, Lübcke, Halle und jetzt also Hanau. Aber die Liste ist längst noch nicht vollständig. Rassistische Gewalt ist längst im Alltag angekommen.

Nicht nur die AFD, auch Politiker*innen wie NRW’s Innenminister Herbert Reul schüren den Hass gegen Migrant*innen mit ihrer Hetze gegen das, was sie “Clankriminalität” nennen. Reul ließ sich noch im letzten Jahr filmen während hunderte Dortmunder Bullen Shisha-Bars durchsuchten. Gefunden wurde nichts Relevantes. Reul warin Dortmund vor Ort und begeistert. Gleichzeitig marschierten Dortmunder Nazis durch die Stadt und wurden nur von einigen Streifenbullen begleitet. Der Rest der Dortmunder Bullen war für Reuls rassistische PR-Show unterwegs.

Die rassistische EU-Grenzpolitik, maßgeblich von SPD/CDU und CSU mitgestaltet, hat auf dem Mittelmeer schon zehntausende Menschen das Leben gekostet. Der rassistische “Normalzustand” der “Mitte” ist genauso tödlich, wie der Anschlag in Hanau.

Wut und Trauer nach Hanau? Ja! Aber was machen wir damit? Empörung auf Latschdemos auszudrücken wird nicht reichen, um die zunehmende Faschischierung, die von extrem rechts bis in die bürgerliche Mitte reicht, zu stoppen.

Wir müssen die rassistische Politik konsequent bekämpfen, egal wo sie herkommt. Dafür müssen wir uns auch aus der kapitalistischen Sackgasse befreien. Denn ob Klimakatastrophe oder Faschismus, beide hängen mit dem Kapitalismus zusammen.

Lasst uns in den kommenden Monaten den Kampf gegen Faschismus, Klimakatastrophe und aus oben genannten Gründen, dem Kapitalismus im allgemeinen, auf eine neue Stufe bringen. Raus aus der Komfortzone, hinein in einen entschlossenen Kampf für das Leben!

Wie die französischen Gefährt*innen in ihrem Aufruf für den 14. März näher beschrieben haben: “Während sich die Metropolen der Welt in Gotham City verwandeln,voller korrupter Politiker*innen, korrupterPolizist*innen, Verkäufer*innen  und leeren Versprechungen, verbrennt die Natur, sterben die Arten, werden Boden und Luft immer stärker verseucht und die Zukunft, die wir unseren Kindern hinterlassen, wird schlichtweg unbewohnbar sein, wenn wir es zulassen.

Es ist Zeit für einen historischen Wendepunkt. Wir wollen keine Zukunft, die von Profitabilität und Unterdrückung determiniert ist. Es ist an der Zeit, mit aller Kraft zuzuschlagen, den Spieß umzudrehen und ein eindrucksvolles Stelldichein zu geben.”

Weder der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus, noch der Klimakampf, werden ausschließlich durch Latschdemos entschieden. Lasst uns anfangen, es gibt viel zu tun.

Wir laden euch alle ein, am 29. Februar zum Wald zu kommen. Ab 14:00 Uhr wollen wir gemeinsam mit euch über oben genannten Themen diskutieren. Auch wollen wir am Ende der Rodungssaison mit euch darüber sprechen, wie es mit dem Kampf für den Erhalt des Osterholzwaldes und der Besetzung weiter gehen kann.

Anfang: 14:00 Uhr.

Besetzung im Osterholzwald (Stadtgrenze Wuppertal-Vohwinkel/Haan-Gruiten)

Ihr findet die Waldbesetzung hier:

Openstreetmap: https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.2342&mlon=7.0420#map=16/51.2342/7.0420

Google Maps: https://www.google.de/maps/place/9F3962MR%2BPQ/data=!3m2!1e3!4b1!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d51.2343125!4d7.0419375

Bringt gerne Getränke und Snacks mit, die ihr teilen mögt.

Nach Cop 25 und dem Konjunkturpaket: Hört auf, an die Verantwortlichen zu appellieren! Was wir brauchen, ist eine Revolte!

Wuppertal. Haan. 26 Dezember 2019. Seit dem 15. August 2019 haben wir den Osterholz Wald besetzt. In diesen vierundeinhalb Monaten ist viel passiert. Der Wald, der ab Oktober gerodet werden sollte steht noch, und das ist gut so. Wir werden uns einer eventuellen Rodung für die Kapitalinteressen einer Privatfirma namens Oetelshofen, weiterhin aktiv in den  Weg stellen.

Am 20 September gingen Millionen von Menschen weltweit auf die Straße, um für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Die Antwort der Bundesregierung sollte eine Lektion sein für alle, die denken, dass entscheidende Änderungen von den Herrschenden kommen werden. Das vorgelegte “Klimapaket” der Bundesregierung ist vor allem ein Konjunkturpaket für die (E) Autoindustrie. Das vorgeschlagene Kohlenaussteigsgesetz ist vor allem ein Windkraftausstiegsgesetz. Die Herrschenden versuchen sich mit Täuschung der öffentliche Meinung durch zu mogeln. M.a.w Business as usual. Auch die COP 25 Klimaverhandlungen sind gnadenlos gescheitert. Kein Wunder, denn die Herrschenden haben längst begriffen, was zu tun ist, aber genau dies wollen sie eben nicht tun. Die, die der Meinung sind, dass die Regierenden “den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben”, erliegen eines Irrglaubens: Die Herrschenden haben den  Ernst der Lage sehr wohl verstanden.Ihre Interessen liegen schlichtweg woanders. Die Lakeien des Kapitals stehen für ein immer weiter so und ihre Freunde des grünen Kapitals wollen nur geringfügig was ändern. Statt komplette Regionen für Kohle zu zerstören, möchten sie nun einzigartige Landschaften für den Abbau von Lithium für ihre E-Autos zerstören lassen. Die gleiche Soße, nun aber mit einer grünen Farbe.

Versteht uns nicht falsch. Die Fridays for Future Streiks gibt es jetz seit über einem Jahr und sie sind richtig und wichtig. Sie haben viele Menschen sensibilisiert und politisiert. Neben den Demonstrationen von Fridays For Future, die einen appelierenden Charakter haben, gibt es viele Waldbesetzungen, Ende Gelände und andere Initiativen, die aktiv Widerstand leisten. Wir sind Teil dieser Bewegung und begrüßen die vielen Aktionen, die Sand im Getriebe der zerstörerischen kapitalistischen Maschinerie streuen. Wir sind aber nicht blind. Wir sehen das in der nordeuropäischen Klimabewegung oft “linksliberal” argumentiert wird. Auch wenn die Systemfrage zunehmend gestellt und auch diskutiert wird (und das ist gut so!), gibt es linksliberale Kräfte, die an die Herrschenden appelieren. Also an die, die uns an den Punkt gebracht haben, wo wir jetzt sind. 

Immer wieder werden von den Herrschenden Jobs ins Spiel gebracht. Die Jobs in der Kohleindustrie, oder wie im Osterholz Wald, die Jobs in der Kalkindustrie. Über Jobverluste durch Automatisierungswellen, geänderte Marktanforderungen usw., wird natürlich nie gesprochen. Die Existenzen von Lohnabhängigen in verschmutzenden Industrien werden von den Herrschenden in Geiselhaft genommen, um ihre zerstörerischen Interessen durchzusetzen. Das Schicksal dieser Menschen ist denen aber genau so egal, wie das Schicksal der Menschen, die durch die Änderungen des Klimas jetzt schon ihre Städte und Dörfer gezwungenermaßen verlassen müssen, da die Lebensgrundlage dort schon jetzt nicht mehr vorhanden ist.

Raoul Vaneigem hat in November diesen Jahres geschrieben: “Umweltschützer*innen, warum sich die Mühe machen, Staaten für die Verbesserung des Klimas anzuschreien, wenn die gleichen Staaten euch verspotten, indem sie jeden Tag mehr verschmutzen, obwohl es dringend notwendig ist, auf einem Gebiet zu handeln, wo die Fragen nichts mit intellektuellen Feinheiten zu tun haben.”

Wenn wir eine wirkliche Veränderung bewirken wollen, wird das nur möglich zu sein, wenn wir die Klimafrage als Teil einer Infragestellung des Systems begreifen, das diese Klimakatastrophe verursacht hat, und mit ihren “Lithium-Lösung” direkt auf die nächste Katastrophe zusteuern. Wir müssen uns von den Ketten befreien, Ketten die manchmal unsichtbar sind. Jedoch spätestens bei der Existenzfrage sichtbar werden. Die Abhängigkeiten sind so grundlegend, dass sie nicht reformierbar sind. Hier die besitzenden Teile der Gesellschaft die diktieren, wo die Reise hingeht, dort die Lohnabhängigen, die als Bittsteller*innen ab und zu eine kosmetische Änderung “beantragen” können.

Alle großen Änderungen wurden in der Vergangenheit erkämpft und nicht erbeten. Das wird dieses mal erst Recht so sein, denn Klimagerechtigkeit setzt zwangsläufig das ganze System in Frage. In Länder wie z.B. Chile wird gerade gezeigt, was zu tun ist. Dort wird die Bevölkerungen seit über 2 Monaten nicht mehr mit kleinen Zugeständnissen besänftigt. Große Teile der Bevölkerung haben begriffen, dass es ein langer und harter Kampf wird,die Elite, die sie in die neoliberale und auch ökologische Katastrophe geführt hat, verschwinden muss, damit alles von Grund auf neu aufgebaut werden kann.

Also: rohes Neues!
Oder wie Raoul Vaneigem schrieb: “Hier sind wir dort, wo wir am Anfang von allem stehen!”
Möge der Aufstand beginnen!
Jeder Baum Zählt, 26. Dezember 2019
PS Wir freuen uns immer über Besucher*innen, aber auch über Unterstützer*innen, die länger im Osterholz Wald bleiben wollen.

Sie wollen eskalieren, aber sie wissen nicht, dass die kommende Revolte alles verändern wird!

Seit dem 15. August besetzen wir den Osterholzwald am Stadtrand von Wuppertal Vohwinkel und Haan-Gruiten. Seitdem ist viel passiert. Nicht nur hier, sondern auf dem ganzen Planeten. Immer mehr Menschen kämpfen für die Freiheit, für das Leben.

Zweifle nicht daran, auch wenn wir gewöhnlich liebevoll über Menschis und die Schönheit auf Erde sprechen….. Wir sind wütend! Wir wissen, dass wir alles ändern müssen und dass wir, wenn wir das erreichen wollen, am Anfang von einem langen und harten Kampf stehen. Wenn wir in unseren Innenstädten nicht ersticken wollen, wenn wir keinen Krieg von allen gegen alle wollen, sondern unser Leben selbstbestimmt und im Einklang mit der Natur leben und uns von unseren, manchmal unsichtbaren, Ketten befreien wollen, werden die Herrschenden ihr wahres Gesicht zeigen. Sie wissen, dass ihre Zeit abläuft. Die Demokratie-Show kaufen immer weniger Menschen denen ab. Das ist einer der Gründe, warum sie neue Polizeigesetze eingeführt haben. Sie bereiten sich auf einen Konflikt mit den Menschen vor, von denen sie sagen, dass sie sie regieren. Das ist nicht verwunderlich. Sie stellten fest, dass Menschen in Frankreich, Iran, Irak, Katalonien, Chile, Bolivien, Kolumbien, Hongkong und noch vielen anderen Gebieten aufstehen und kämpfen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Serie von Revolten das so genannte deutsche Territorium erreicht.

Wir haben genug von politischen Clowns, die über Demokratie und Werte labern. Diese Diener*innen des Kapitals, die 1,4 Millionen Menschen ins Gesicht gespuckt haben. 1,4 Millionen, die am 20. September für Klimagerechtigkeit auf die Straße gingen. Aber das sind nicht die einzigen Menschen, auf die sie spucken. Das Klimapaket von CDU und SPD ist ein Etikettenschwindel, denn in Wahrheit ist es ein Konjunkturpaket für die [€]Autoindustrie und ihre Zulieferer. Zulieferer wie z.B. Thyssenkrupp, die in ihrer Jahresübersicht über gigantische Umsatzsteigerungen im kommenden Jahr durch den E-Autoboom schwärmen. Um den Stahl dafür zu produzieren, pusten sie erst mal Unmengen von CO2 aus. – *Ironie on – Alles für die Umwelt, so wie der Abbau von Lithium. – *Ironie off – Aber das war alles noch nicht genug für diese notorischen Lügner*innen der Regierungsparteien und anderen Clowns im Bundestag. Der Gesetzesentwurf für den so genannten “Kohleausstieg” ist ein weiterer Schlag ins Gesicht. Dieses ewige Theaterstück in der diese rücksichtslosen Diener*innen des Kapitals immer wieder Etikettenschwindel betreiben. In der Praxis ist der Entwurf für das Kohleausstiegsgesetz ein Windkraftausstiegsgesetz. Die Regierenden verkaufen ihre Seelen und scheinen zu denken, dass wir alle Schwachköpfe sind, die nichts mitbekommen.
Diese politischen Kriminellen, die Menschen auf der Flucht leiden und ertrinken lassen, weil sie die Grenzen geschlossen haben. Diese Narr*innen lügen nicht nur, sie töten auch. Die Diener*innen des Kapitals sind immer da, um die Tötungsmaschinen der Rüstungsindustrie mit einer Exportlizenz zu unterstützen. Oder sie unterstützen die Räumung der Hambacher Waldbesetzung, damit der RWE-Konzern sein tödliches Braunkohlegeschäft fortsetzen kann. Sie sprechen über den Krieg gegen den Terror, beseitigen die Bürger*innenrechte und verkaufen gleichzeitig Waffen an Terror- Regime. An Diktatoren wie Al-Sisi in Ägypten, an Erdogan mit seinen ISIS-Freunden, an Saudi-Arabien und viele andere autoritäre Regime. Und diese Mörder*innen wagen es immer noch, über Gewalt zu sprechen, wenn eine Fensterscheibe einer Bank oder ein Feld beschädigt wird. Die deutschen Panzer in Rojava zeigen, dass sie keine Skrupel haben, tausende Menschen zu töten, oder töten zu lassen, nur um einen Haufen Geld zu machen.
Ihre Gesetze lassen es zu, dass Wälder abgeholzt werden, Ozeane sich in ein Mülldeponie verwandeln und Menschis oft auf PKW’s angewiesen sind, da nachwievor Buslinien gestrichen werden und die Preise für öffentliche Verkehrsmittel für viele unbezahlbar sind. Die Drecksluft, die wir einatmen, ist eine Folge davon. Hier im Osterholz Wald konnten wir sehen, wie die Profitlogik die Lakaien des Kapitals sofort aktiviert. Auf dem von der örtlichen CDU organisierten Waldspaziergang wurde erklärt, dass sie die Investitionssicherheit gewährleisten wollen. Diese Dussel sind nicht an der Lebensqualität und dem Erhalt der wunderschönen Lebewesen hier interessiert. Sie können nur an Geld denken. Aber Geld können wir weder essen, noch einatmen. 
Squads… es heißt natürlich squats…

Wir müssen diesen so genannten demokratischen Zirkus und die Macht des Kapitals loswerden und durch eine antiautoritäre politische und soziale Philosophie ersetzen, durch selbstverwaltete Gemeinschaften auf der Grundlage von freiwilligen, kooperativen Institutionen.

Lasst uns diese tödlichen Clowns loswerden! Überall!

Solidarität mit dem kämpfenden Menschis von Liebig34 in Berlin, im Hambacher Wald, der Keine A 49 Waldbesetzung, in Exarchia, in Chile, in Rojava, in Bolivien, in Kolumbien, in Frankreich, in Hong Kong, in Katalonien und all den anderen wunderbaren Orten auf diesem Planeten!

#EstoNoHaTerminado! (Es ist noch nicht vorbei!)

Osterholz Bleibt!

Liebig34 Bleibt!

Wiesencamp Bleibt!

Datteln 4 verhindern!

Für das schöne Leben!

Widerstand ist Leben!

Für die Soziale und Ökologische Revolution!

Jeder Baum Zählt, 26. November 2019

Jeder Baum Zählt: Solidarität mit Rojava!

Vor sieben Jahren befreiten sich die Menschen in Rojava von der Diktatur des Assad-Regimes. Seitdem hat sich viel geändert in den Gebieten der demokratischen Föderation Nord- und Ostsyriens. Die Menschen dort organisieren ihre Selbstverwaltung in Räten, Kommunen und Kooperativen. Es entstand ein alternatives Gesellschaftsmodell, das auf drei Grundprinzipien basiert: Frauenbefreiung, Ökologie und radikaler Demokratie. In einem offenen Brief schrieb Fridays For Future Rojava: “In den letzten 7 Jahren sind überall basisdemokratische, selbstverwaltete und ökologische Projekte entstanden: Nachbarschaftsräte – Frauenhäuser – Bildungsakademien – ein alternatives, freies Schulsystem – Wirtschafts- und Landwirtsschafskooperativen und vieles mehr. Alle Bereiche des Lebens werden von grundauf neu organisiert.” Es ist genau das, was der türkischen Regierung ein Dorn im Auge ist.

Am 09. Oktober startete das Erdogan Regime ein Krieg gegen das alternative Gesellschaftsmodell in Rojava und gegen die Menschen, die dort leben. Die junge Revolution soll dabei zerschlagen werden.”Make Rojava Green again” schrieb in einer Erklärung: “Der Krieg hat viele Seiten: Wir erleben auch einen Krieg gegen die Natur. Der türkische Staat zerstört die ökologischen Lebensgrundlagen der Menschen, indem er Wälder verbrennt, Flüsse aufstaut und Böden mit chemischen Waffen und Uranmunition verpestet. Der türkische Staat versucht seit Jahren, den Widerstand in Kurdistan zu brechen und die Revolution in Rojava zu zerstören. Geschafft hat er es nie. Deshalb greift der türkische Staat jetzt noch vehementer und direkter an und will in ganz Rojava einmarschieren. Der Krieg, der gerade beginnt, ist die Fortsetzung von jahrzehntelanger faschistischer Politik und Unterdrückung.” Dies geschieht zum Teil mit Waffen von deutschen Konzernen. Seit Jahren wird das Türkische Militär mit Waffen der deutschen Rüstungsindustrie versorgt. Auf Videos ist immer wieder zu sehen, wie kurdische Dörfer mit “Made in Germany” Panzern beschossen werden. Die Leopard 2 Panzer werden von Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW) hergestelt. Hauptwaffe des Kampfpanzers ist die von Rheinmetall entwickelte Glattrohrwaffenanlage. Darüber hinaus liefert Rheinmetall für den Leopard 2 die Munition, sowie die Feuerleitanlage und das Führungssystem.

Einer der deutschen Rüstungskonzerne, die Waffen an die Türkei liefern, ist Thyssen Krupp. Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) darf von der Bundesregierung weiterhin Bauteile für sechs U-Boote in die Türkei liefern. Im Juni 2016 hat die Staatsanwaltschaft Bremen die Zentrale von ThyssenKrupp in Essen durchsucht. Konkret ging es um den Verdacht, dass das Bremer Rüstungsunternehmen Atlas Elektronik, damals noch ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen Krupp und Airbus (heute gehört Atlas Elektronik zu 100% ThyssenKrupp), zwischen 1998 und 2014 türkische Militärs bestochen haben könnte, um Aufträge zu erhalten. Am Ende kam Atlas Elektronik mit einer Geldstrafe von 48 Millionen Euro davon. Thyssenkrupp liefert ebenso Marineschiffe an die ägyptische Militärdiktatur. Das Geschäft mit dem Tod läuft gut, obwohl Thyssenkrupp in Schwierigkeiten steckt, läuft die Rüstungsparte des Konzerns bestens.

Seit dem 15. August haben wir Teile des Osterholz Waldes an der Stadtgrenze von Wuppertal und Haan besetzt. Kalksteingrubenbetreiber Oetelshofen möchte 5 Hektar Wald roden, um ihren Abraum dort zu lagern. Diese sogenannten “unbrauchbaren Materialien”, oder wie wir es nennen: “Abfall”, entsteht bei der Förderung von Kalk in der Steingrube Osterholz. Zu den größten Abnehmern des Kalks der Firma Oetelshofen gehören RWE und ThyssenKrupp. Geschäftliche Verbindungen mit Umweltzerstörer RWE und Rüstungskonzern ThyssenKrupp, scheinen die beiden Geschäftsführer von Oetelshofen, Jörg und Moritz Iseke, nicht zu stören. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich. Oetelshofen plant für sein Abfallproblem ja auch, den Lebensraum vieler Tiere, Bäume und anderer Pflanzen, durch das Roden des Waldes, zu zerstören. Dabei verkaufen sie  sich als tierlieb und naturverbunden. Das Zerstören von 5 Hektar Wald ist laut Oetelshofen finanziell gesehen, am günstigsten. Wie passt das zusammen?

Denn letztendlich ist die Natur auch die Lebensgrundlage für uns Menschen. Wer diese Lebensgrundlage aus Kostengründen immer weiter zerstören möchte, kennt nur die Moral des Geldes . In dem Sinne sind die Geschäftsverbindungen zwischen Oetelshofen und Konzernen, wie RWE und Thyssenkrupp, nur konsequent.

Wir rufen euch auf, sich an der Kampagne #RiseUp4Rojava zu beteiligen und in Solidarität mit den Menschen in Rojava auf die Straße zu gehen.

Nicht die Revolution in Rojava, sondern Rüstungskonzerne sollen zerschlagen werden!

Deutsche Waffen raus aus Rojava!

Rojava bleibt!

Osterholz bleibt!

Jeder Baum Zählt, 15. Oktober 2019


Ihr findet die Besetzung im Osterholz Wald in Wuppertal–Vohwinkel / Haan–Gruiten hier:

https://www.openstreetmap.org/?mlat=51.2342&mlon=7.0420#map=16/51.2342/7.0420

 

Redebeitrag Jeder Baum Zählt auf die Demo vom 28. September

Gestern (28. September) demonstrierten zirka 250 Menschen für den Erhalt vom Osterholz Wald, Amazonas, Hambacher Wald, Kleine Höhe und andere Wälder und Grünstreifen.

Redebeitrag Jeder Baum Zählt auf die Demo vom 28. September

Hallo, wir, die Gruppe Jeder Baum Zählt als Teil der neuen Welt, grüßen euch und sagen: “Danke!”, an alle die heute da sind. Wir leben nun seit etwas mehr als sechs Monaten in unserer kleinen Oase der Freiheit direkt neben einem Loch, welches miten in den Planeten gesprengt wird. Unser Alltag wird vom Lärm der alten, zerstörerischen und respektlosen Welt begleitet. Ein Unternehmen, welches sich den Naturschutz auf seine Homepage geschrieben hat grüßt und mehrmals die Woche in dem es seine “tierfreundlichen” Sprengungen vornimmt. Tiere rennen dadurch orientierungslos durch die Gegend und die Bäumen, die wir bewohnen, wackeln. Der Staub aus der Grube legt sich auf die Blätter ab und zieht in die Lungen der Tiere. Wir wussten, welches gesundheitliche Risiko wir eingehen, die Tiere hingegen ahnen es wahrscheinlich nicht einmal.

Gestern am Freitag den 27. haben wir erfahren, dass die Stadt Wuppertal der Natur den Kampf angesagt hat. Seit gestern sitzen wir hier nicht mehr nur hier, um das Waldstück zu verteidigen. Nein! Wir werden um jeden Baum kämpfen und um jeden Grashalm. Unsere Freunde und Freundinnen von Osterholz Bleibt und alle unsere Supporter unterstützen uns dabei so gut sie können. Danke und ganz viel Liebe an euch!

Wir sind nicht die einzigen, die einen aktiven Kampf für eine andere Welt ausfechten. Die Menschen die für den Erhalt des Amazonas kämpfen, werden von der Holzindustrie und von dem faschistischen Präsident Bolsonaro verfolgt und gejagt! Die Besetzer*innen im Hambacher Wald werden von Polizisti vom Staat und deren Repressionsorganen drangsaliert. Auch unsere Freund*innen von FFF Hamburg mussten in jüngster Vergangenheit die Erfahrung machen, dass die Polizei nicht unbedingt Freund und Helfer ist. Dort wurde eine Sitzblockade mit Schmerzgriffen brutal aufgelöst. Wir möchten euch aber loben. 1,3 Millionen Menschen habt ihr bundesweit auf die Straße bekommen, alleine in Wuppertal seit ihr mit mehr als 5000 Menschen auf der Straße zur neuen Welt gelaufen. Der Weg zur neuen Welt, einer Welt des solidarischen miteinanders wird kein einfacher oder schöner Weg. Die Herrschenden werden nicht freiwillig die Zustände dieser Welt ändern und sie werden auch nicht ihren Wohlstand aufgeben, um mit uns eine neue Welt zu erschaffen. Es liegt an uns alles zu verändern!

Zum Abschluss grüßen wir auch die Gruppe “Kein Hektar mehr”, die ebenfalls gegen einen Kalksteinbruch kämpfen, um die Natur als Ganzes zu schützen. Sie haben gerade eine Aktionswoche mit einer Dauermanwache am Laufen.

Unsere solidarischen Grüße gehen raus an die Besetzer*innen des Hambacher Waldes, an “Kein Hektar mehr”, an alle FFF-Gruppen, an die Menschen, die Exarchia in Athen verteidigen, an die Menschen die um den Amazonas kämpfen und an alle die für eine klimagerechte und emanzipatorische Welt kämpfen.

Hoch die transnationale Solidarität!

Jeder Baum Zählt, 28. September 2019

Video-Doku vom Medienprojekt Wuppertal

 

 

Ein Ruf aus dem Wald: Ob Amazonas, Hambi oder Osterholz: Jeder Baum Zählt!

Aufruf: Ob Amazonas, Hambi oder Osterholz: Jeder Baum Zählt!

Demonstration: 28. September – 13:00 Uhr , Bahnhofsvorplatz, Hbf Wuppertal (Elberfeld)

Ein Ruf aus dem Wald

Ob der Osterholz Wald am 28. September noch besetzt ist, wissen wir nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Waldbesetzung geräumt wird oder auch nicht. Ob der Wald schon gerettet ist, wissen wir ebenso nicht. In dem Fall würden wir den Osterholz Wald freiwillig verlassen. Das alles  wissen wir nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo dieser Aufruf geschrieben wurde. Was wir aber wissen ist, dass wir weiterhin für diesen wunderschönen Wald kämpfen werden.

Der Osterholz Wald ist nur einer der Gebiete, wo in und rundum Wuppertal Bäume gefällt werden sollen. Der Name für die Aktionsgruppe,die den Osterholz Wald besetzt hat, ist nicht zufällig gewählt worden: Jeder Baum Zählt! Nachdem in Wuppertal Elberfeld in den vergangenen Jahren Bäume auf dem Wall und der Von der Heydt Platz gefällt wurden, sollen jetzt auch die alte Plantanen direkt an der Wupper gerodet werden. In Wuppertal Nächstebreck sollen Bäumen für ein Gewerbegebiet weichen. der Grünstreifen Kleine Höhe / Asbruch soll ebenfalls platt gemacht werden. Für die Erweiterung der A3 sollen in den kommenden Jahren zwischen Kreuz Hilden bis Kreuz Leverkusen mehrere Biotopen platt gemacht werden…

Immer mehr Menschis haben begriffen, dass wir eine “immer weiter so” Politik stoppen müssen. Wir brauchen den Wald. Nicht nur weil Wälder viel CO2 speichern, sondern auch um die vielen Lebewesen, die im Wald leben zu schützen. Wir kämpfen für das schöne Leben und gegen eine Politik, die alles der Profitlogik unterwirft. Der Osterholz Wald soll gerodet werden, weil die Lagerung des Abfalls, der bei der Kalkförderung entsteht, dort billiger ist als irgendwo anders. (Soviel zur kapitalistschen Logik).Die Firma Oetelshofen ist der Meinung, dass ihr dieser wunderschöne Wald gehört. Die Bäume und Tiere die dort leben, leben also unter Oetelshofen’s Gnade und die Gnadenfrist läuft, wenn es nach den Betreibern der Kalksteingrube geht, bald ab. In der alten Welt ist es für viele Menschis selbstverständlich, dass sie über alle anderen Lebewesen stehen. Mit diesem Selbstverständnis zerstören sie ohne zu zucken den Lebensraum von Bäumen, Pflanzen und Tieren. Nebenbei zerstören sie durch diesese kapitalistsche Herangehensweise das Klima, etwas, was alle Lebewesen betrifft. Auch uns Menschis. Um ihr Gewissen rein zu waschen und Greenwashing zu betreiben forsten sie dann woanders auf und verfrachten unter Schutz stehende Tierarten in ein anderes Gebiet. Das ganze wird dann mit einer grünen Soße übergossen und schon sieht das alles gar nicht mehr so schlimm aus. Seit Jahrhunderten wird nach dieserLogik verfahren, die grüne Soße kam allerdings erst später dazu.

Während die Rodungen im Amazonas hierzulande zurecht verurteilt werden, wird oft vergessen, dass wir unsere Urwälder längst gerodet haben. Den Menschis der alten Welt reicht das aber nicht. Während viele mit ihrem Finger auf Brasilien weisen, roden sie im eigenen Land munter weiter. Nicht nur in und rundum Wuppertal. Der Hambacher Wald wird von RWE regelrecht angebaggert. Sie versuchen den Wald auszutrocknen, in dem die Bagger immer näher an den Wald heran rücken. In der Nähe von Würzburg sollen Waldstücke bei Thüngersheim für die Erweiterung eines Kalksteinbruch gerodet werden. Das Schwarz/Grün regierte Hessen möchte im Dannenröder Forst und Herrenwald für die derzeitige Planung der A 49 roden. Im Saarland sollen 3 Hektar Wald für ein Gewerbegebiet platt gemacht werden. Im Hamburg Wilhelmshafen soll im Wilder Wald für ein Wohngebiet gerodet werden. Und das ist bei lange nicht alles was hier zu Lande gerodet werden soll. Und überhaupt… warum wird im Amazonas soviel gerodet? Dort wird u.a. gerodet für den Sojabohnenanbau derFleischindustrie hier, dass diese als Futtermittel einsetzt. Das Ganze soll über das Mercosur abkommen noch angekurbelt und verschärft werden. Die Lunge der Erde wird für die gleiche Profitlogik, wie die Wälder hierzulande zerstört. Statt mit dem Finger auf Brasilien zu weisen, sollte ein Importstop von Produkten aus dem Amazonas und die schon gerodeten Gebiete dieses wunderschönen Urwalds verhängt werden.

Wir kämpfen für ein Systemwandel.Gegen Überproduktion, für eine Produktion nach Bedarf. Eine Welt, wo alle die gleichen Rechte haben, wo Umwelt und Lebewesen höchste Priorität haben und zwar nicht nur die, die Aktien besitzen, oder Gewerbesteuer bekommen. Für ein gutes Leben für alle! Diesen Kampf führen wir im Moment im Osterholz Wald, aber ihr könnt überall mit uns rechnen, denn Jeder Baum Zählt!

Jeder Baum Zählt, 18. September 2019

Demonstration: 28. September – 13:00 Uhr , Bahnhofsvorplatz, Hbf Wuppertal (Elberfeld)

Was tun im Falle einer Räumung im Osterholz? Tag X und Tag X+1

Am 15. August 2019 wurde Osterholz-Wald im Wuppertaler Ortsteil Vohwinkel besetzt und wir durften in dem schönen Mischwald viele wunderbare Momente erleben. Und obwohl wir wissen, dass Menschis Ideen nicht räumen können, müssen wir leider immer wieder feststellen, dass Vertreter*innen der alten Welt dies immer wieder versuchen. Wie es z.B. letztes Jahr im Hambacher Forst geschehen ist. Das hat nichts gebracht, denn nach der Räumung haben viele Menschis den schönen Wald im Rheinland sofort wieder besetzt. Aber egal ob im Hambacher Forst, Osterholz-Wald oder dem Mattole Wald im Kalifornien, Waldbesetzer*innen sollten immer auf eine Räumung vorbereitet sein.

Das Leben im Wald lehrt uns nicht nur eine andere Beziehung zu all den Lebewesen, die sich dort befinden, es gibt uns auch die Möglichkeit, ein anderes Zusammenleben zu praktizieren. Die vielen Gespräche, die wir miteinander führen, auch mit den Menschis, die immer wieder vorbei kommen und uns unterstützen, und die gemeinsame Entscheidungsfindung, lassen uns Erfahrungen sammeln, die unsere Entschlossenheit für eine andere, eine neue Welt, zu kämpfen, enorm stärkt. In “Chalktown” brauchen wir keine Hierarchien. Wir entscheiden nicht nur gemeinsam, sondern setzen unsere Entscheidungen auch gemeinsam um.

Noch sind die Vertreter*innen der alten Welt oftmals in der Lage, ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen – mit einer klar sinkenden Tendenz. Noch wird oft mit den für sie anscheinend notwendigen fossilen Brennstoffen und Ressourcen argumentiert und auch danach gehandelt. Aber auch hier beobachten wir eine klar sinkende Tendenz, denn es ist dieses Denken und Handeln, was von immer mehr Menschis in Frage gestellt wird. Deshalb wird der Kampf um den Erhalt des Osterholz-Waldes von so vielen Menschis unterstützt. „Waldstücke im Osterholz-Wald roden, um dort Abfall zu lagern.“ Diese Art von umweltzerstörender Profitlogik sollte schnellstmöglich der Vergangenheit angehören. Es ist der Hauptgrund, weshalb der Klimawandel wie ein D-Zug auf uns zurast.

Ein „weiter so“ ist für uns keine Option. Unserer Meinung nach brauchen wir einen Systemwandel. Eine andere Welt, eine neue Welt. Eine Welt, in der das Leben an vorderste Stelle steht, wo ausschließlich nach den Bedarf und mit Rücksicht auf alle Lebewesen produziert wird. Eine Welt, in der wir Entscheidungen gemeinsam treffen und Entscheidungen mit Rücksicht auf alle anderen Lebewesen getroffen werden. Was wir nicht brauchen, sind Menschis in Positionen wie z. B. Herbert Reul, der Räumungen im Hambacher Forst im Auftrag des RWE-Konzerns angeordnet und dabei die Öffentlichkeit mehrmals belogen hat. Die alte Welt appelliert oft an die „Effektivität“ und die „Vernunft“, wenn es um das System, was Herbert Reul fortgebracht hat, geht. Wir brauchen diese Hierarchien aber nicht. Sie sind Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Was wir brauchen, ist eine Welt, in der wir uns alle frei bewegen können, wo Grenzen Menschis nicht aufteilen in ein künstliches „wir“ und „die anderen“, die von der andere Seite der Grenze kommen. Auch Grenzen ermöglichen das „Teile-und-herrsche-Spiel“ in hierarchisch aufgebauten Gesellschaften. Es sind diese Grenzen, die eine Standortkonkurrenz auf Kosten vieler Menschis und anderer Lebewesen schaffen. Sie ermöglichen koloniale Handels- und Denkweisen, die bis heute andauern. Die Art, womit Menschis gegeneinander ausgespielt werden durch eine Wirtschaftsordnung, die alle gegen alle in einen Konkurrenzkampf schickt. Ein Konkurrenzkampf, der letztendlich auch durch patriarchale Strukturen aufrechterhalten wird, hat es möglich gemacht, die Erde für eine angeblich „vernünftige Wirtschaftspolitik“ zu plündern. Eine „gemäßigte“ und „vernünftige“ Wirtschaftspolitik, die ohne Rücksicht auf Menschis und andere Lebewesen alles platt macht, was im Weg steht.

Weitere Teile des Osterholz-Waldes sollen nach dieser Logik platt gemacht werden. So, wie viele andere Wälder und Bäume aus “Vernunft” platt gemacht werden sollen. Ob Hambacher Forst, Osterholz-Wald oder die Platanen in Wuppertal-Elberfeld, immer wieder wird mit Kostengründen oder Argumenten der Profitlogik argumentiert. Es ist die „Vernunft“ der Gedanken von gestern. Von einer anderen Zeit, die uns zeigt, dass viele Menschis die Notwendigkeiten für eine neue Art der Vernunft, für neue Argumente, ja für das Leben, noch nicht begriffen haben oder nicht begreifen wollen. Wir sprechen bewusst über Notwendigkeiten, denn weder die Erde noch das Klima lassen mit sich verhandeln. Auch deswegen ist für uns Waldbesetzer*innen, der Kampf gegen die Rodungen im Osterholz-Wald auch ein Kampf für eine andere Welt.

Für uns wäre eine eventuelle Räumung nur eine neue Phase im Kampf für den Erhalt des Osterholz-Waldes. Die Idee für eine neue Welt steht und fällt weder bei einer Räumung noch bei einer Rodung. Unsere Entschlossenheit, uns auch nach einer Räumung weiterhin für den Erhalt des Osterholz-Waldes einzusetzen, wird nur wachsen.

  • Wir rufen auf, bei einer Räumung an Tag X zum Wald zu kommen. An Tag X+1 wird es zusätzlich eine Demonstration geben. Wenn ihr bei einer Räumung benachrichtigt werden wollt, schickt eure Handynummer an jederbaumzaehlt(@)riseup.net. Über unseren Twitter-Kanal  https://twitter.com/jederbaumzaehlt (@)jederbaumzaehlt) werden wir am Tag X und Tag X+1 bei einer Räumung ebenso kommunizieren.

Jeder Baum Zaehlt, 9. September 2019

Solidarische Grüße an #KeinHaMehr,#WildeGasse und #HambiBleibt!

Mobi-Video der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt für die Demonstration am 28. September 2019 (13:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz, Wuppertal Hauptbahnhof)

Ein Gruß aus der neuen Welt

Es ist jetzt eine Woche her, dass einige Menschis den Osterholz-Wald in Wuppertal besetzt haben. In dieser Woche durften wir beobachten, wie die Rehe durch den Wald galoppieren. Den Fröschen zuschauen, wenn sie sich bei feuchtem Wetter durch Chalk Town bewegen. Auch durften wir Uhus zuhören, wenn sie sich in der Dunkelheit auf die Jagd begeben. Und es kamen so viele tolle Menschis vorbei. Wir führten viele Gespräche über Ökologie, der zerstörenden Lebensweise der alten Welt und wie wir eine andere Welt aufbauen können. Es war eine inspirierende Woche.

Die alte Welt hat Schwierigkeiten sich zu verabschieden. Sie schickt Späher am Zaun der Firma Oetelshofen, Menschis in Uniform, die mit Pfefferspray und Polizeihunden drohen. Das verwundert uns nicht, es steigert höchstens unsere Entschlossenheit, für diesen Wald zu kämpfen. Obwohl der Klimawandel deutlich zeigt, dass die Zeit der alten Welt abgelaufen ist, scheinen viele der Menschis, die sich in dieser alten Welt bewegen, nicht in der Lage zu sein, sich von ihrem vorgefertigten Denkmuster zu verabschieden. Es geht meistens um Kostenreduzierung und Profitlogik. Und um „Investitionssicherheit“. Solange es nicht zuviel kostet, darf es auch noch ein bisschen Umweltschutz geben. Aber so werden wir den Klimawandel nicht aufhalten können.

Der Kapitalismus hat die alte Welt in die Situation gebracht, wo sie heute steht. Die zerstörerische Kraft, die erst die meisten Urwälder in Europa vernichtet hat, arbeitet hart daran, auch die letzten paar Reste Urwald in Europa zu zerstören. Ikea schickt vernichtende Grüße aus den Karpaten. Aber die alte Welt importiert auch die Güter, wofür der Amazonas gerodet wird. Es wird an Brasiliens Präsident Bolsonaro appelliert, die Rodungen zu stoppen, gleichzeitig werden aber Handelsabkommen abgeschlossen, die die gleichen Rodungen von „der Lunge der Erde“ befeuern werden. Die CDU und viele andere Repräsentant*innen der alten Welt lassen grüßen.

Auch neuere Wälder sind immer wieder von Rodungen bedroht, wie z.B. der Osterholz-Wald. Die alte Welt pumpt rücksichtslos Grundwasser ab, sei es für den Tagebau im Rheinland oder die Kalksteingrube in Osterholz. Sie setzt jede Menge CO2 frei beim brennen von Kalk und der Nutzung von fossilen Energien wie Braunkohle. Die alte Welt produziert und produziert. Jede Menge dieser Produkte schädigt das Ökosystem der Erde für Überproduktion. Also umsonst. Aber die alte Welt schert das nicht, Hauptsache es werden Euros verdient.

Heute wollen Menschis der politischen Partei CDU im Osterholz Wald diverse Medienvertreter*innen und andere „informieren“. Um 16:30 Uhr, um genau zu sein. Die CDU Wuppertal glaubt, dass Umwelt und Wirtschaft nur zusammen geht. Sie haben in ihrem Denkmuster der ewig Gestrigen anscheinend noch nicht verstanden, dass es die kapitalistische Profitlogik ist, der der alten Welt gerade ihre Grenzen aufzeigt. Der Klimawandel lässt nicht mit sich verhandeln, die Erde verlangt, dass wir Menschis konsequent handeln oder die Erde handelt selbst und wird dem kapitalistischen Wahnsinn ein Ende setzen. Es werden heute viele Menschis zum Wald kommen, um dies noch mal deutlich zu machen.

Die neue Welt wird nach Bedarf produzieren. In der neuen Welt können alle teilhaben und werden ökologische Gesichtspunkte immer an vorderste Stelle stehen. Nicht der Profitlogik. Das ist wo wir hinkommen müssen. Das wird nicht schmerzfrei sein, wir werden auf einiges verzichten müssen. Aber wenn wir unsere Köpfe öffnen und uns von dem Denkmuster der alte Welt befreien, werden wir feststellen, dass wir viele der „Produkte“, die in der alten Welt angepriesen werden, gar nicht brauchen.

Wir werden unsere Zeit zusammen mit alle anderen Lebewesen im Osterholz-Wald weiterhin genießen und für diesen Wald kämpfen. Auf geht es in eine neue Welt!

Jeder Baum zählt, 22. August 2019.

Osterholz Wald Besetzt!

Wuppertal. Heute am 15.08.2019 haben wir den Osterholz Wald besetzt. Die Firma Oetelshofen möchte noch dieses Jahr anfangen 5 Hektar Wald zu vernichten. Neben ca. 140 Jahre alten Buchen leben viele Tierarten im Osterholz. Darunter unter Anderem den unter Strengen schutz stehenden Feuersalamander und weitere unter schutz stehende Arten. Der Wald soll nicht etwa für den Abbau ihres schmutzigen Kalks weichen, sondern für ihre Mülldeponie.

Der größte Regenwald der Welt wird von Bolsonaro (einen ultra rechten) weiterhin abgeholzt, um unseren Fleisch- und Sojakonsum zu gewährleisten und sogar über das Mercosur Abkommen auszuweiten. Ob Amazonas, Osterholz oder der Hambacher Wald, immer wieder müssen Wälder Für die Profitlogik von Firmen
und Konzernen weichen. Im Osterholz Wald soll gerodet werden, weil es laut dem Kalkstein Betrieb Oetelshofen zu teuer ist ihren Müll an einem anderen Ort zu lagern.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Natur immer wieder den Kürzeren zieht. Firmen missbrauchen bei diesem perfiden spiel die Abeitnehmer*innen, die bei ihnen angestellt sind als Schachfiguren. Unsere Wirtschaftsordnung drängt die Arbeitnehmer*innen in eine Abhängigkeit ,in dem sie auf ihre Jobs  angewiesen sind, weil sie z.B Rechnungen zahlen müssen. Überall, wo Mensch hinguckt, trifft sie auf Werbung. Ob im Fernsehen, auf Werbetafeln, in  Zeitungen oder auf Webseiten, überall werden sie animiert das neuste, schönste und schnellste zu kaufen, um einen gesellschaftlichen Schein zu waren, welchen sie sicht oft nicht leisten können. Die Folge ist verschuldung, welche sie in eine noch stärkere Abhängigkeit treibt.  Auch Oetelshofen spielt ihre Arbeitnehmer*innen gegen Naturschutz aus.

Diese Art von Wirtschaftsordnung und ihr Konkurenzprinzip ist auch eine der Ursachen für eine maßlose Überproduktion. Einer der Folgen ist wiederum unsere
heutige wegwerfgesellschaft. Die dabei einhergehende Ausbeutung von Pflanzen, Tieren und Menschen hat uns in die situation gebracht in der wir uns heute befinden. Wir Zerstören mit diesem System unsere Lebensgrundlage.

Viele Menschen mögen eine Waldbesetzung für eine radikale Aktion halten, doch in Anbetracht der Tatsache, das der Klimawandel immer weiter voranschreitet und Politiker*innen nicht handeln, sehen wir uns genötigt diese Aktion durchzuführen. In den letzten Wochen wurden immer wieder stimmen aus CDU und SPD laut,
die sagen, dass Klimaschutz nicht zuviel kosten darf und schon gar nicht auf kosten der Wirtschaft gehen soll. Dies heißt nichts anderes als dass bis auf kleinere “korrekturen” nichts vom Klimakabinett zu erwarten ist. Aus diesem Grund können wirklich Veränderungen nur von den Menschen selbst kommen.

Deshalb werden wir für den Osterholz kämpfen, denn: Jeder Baum Zählt!

Wir sind bereit den Wald freiwillig zu verlassen, wenn von einer Rodung abgesehen wird.

Solidarische Grüße schicken wir zu dem Hambacher Wald, alle Dörfer bleiben, keinen Heckter mehr und an alle Menschen, die dem Klimawandel den Kampf angesagt haben und sich aktiv gegen die Zerstörung unserer Natur einsetzen

Jeder Baum Zählt, August 2019.